Aufgabenformen · Rechnen und Anwenden
Nutzwertanalyse
Du vergleichst mehrere Angebote nach festen Kriterien. Dann wählst Du eines aus und begründest das.
Die Art, wie eine Aufgabe gestellt ist, heißt Aufgabenform. Auf dieser Seite lesen Sie, was diese Aufgabenform prüft. Sie lesen auch, wofür sie passt und wofür nicht.
Was diese Form prüft
Das zeigt eine Person mit dieser Aufgabe
Diese Form prüft: Kannst Du eine Entscheidung nachvollziehbar machen? Du entscheidest nicht nach Gefühl. Du gehst in vier Schritten vor. Erstens: Was ist uns wie wichtig? Zweitens: Wie gut erfüllt das jedes Angebot? Drittens: Was ergibt die Rechnung? Viertens: Was folgt daraus? Der letzte Schritt ist der wichtigste. Eine Mindestanforderung schlägt die höchste Punktzahl.
So klingt sie
Eine Aufgabe in dieser Form
Für den Empfang soll ein Multifunktionsgerät beschafft werden. Bewerte die beiden Angebote je Kriterium auf einer Skala von 1 bis 5 und rechne weiter. Mindestanforderung ist eine Reaktion spätestens am nächsten Werktag.
- Bürotek: 890 €, 28 Seiten je Minute, Vor-Ort-Service am nächsten Werktag, 12 Monate Garantie
- Kopierland: 1.150 €, 40 Seiten je Minute, Einsendung ins Werk, 36 Monate Garantie
- Kriterien mit Gewicht: Preis 20, Tempo 30, Service 20, Garantie 30
- Je Angebot einzutragen: Punkte und Teilnutzen je Kriterium, darunter der Gesamtnutzen
Kopierland ist schneller und hat eine längere Garantie. Es bekommt also leicht mehr Punkte. Trotzdem ist Bürotek die richtige Wahl. Denn die Mindestanforderung heißt: Reaktion spätestens am nächsten Werktag. Kopierland schickt das Gerät ins Werk. Das dauert länger. Also scheidet Kopierland aus. Dieser letzte Schritt ist der wichtigste. Eine Mindestanforderung schlägt die höchste Punktzahl.
So sieht die Form aus
Ein Beispiel aus einer Aufgabe
So gibt es Punkte
Die Aufgabe hat vier Teile. Jeder Teil wird einzeln gewertet. Deine Rechnung wird mit Deinen eigenen Zahlen geprüft. Du kannst also anders bewerten als die Musterlösung. Wenn Du dann richtig rechnest, ist dieser Teil richtig. So macht es auch die Prüfung. Die Gewichte selbst werden gar nicht auf richtig oder falsch geprüft. Geprüft wird nur: Ergeben sie zusammen 100?
Dafür passt die Form
Diese Form passt, wenn man etwas kaufen oder auswählen muss. Zum Beispiel ein Gerät, eine Firma oder einen Standort. Also immer dann, wenn mehrere Dinge gegeneinander stehen und die Entscheidung begründet werden muss. Der Umfang lässt sich einstellen: nur nachrechnen, zusätzlich bewerten oder auch die Gewichte selbst festlegen.
Bedienung für alle
Du tippst die Zahlen mit der Tastatur ein. Komma oder Punkt sind beide erlaubt. Wenn Du die Tabelle zur Seite schiebst, bleibt die Spalte mit den Kriterien stehen. So weißt Du immer, zu welcher Zeile ein Feld gehört. Wenn Du die Gewichte selbst festlegst, steht darunter ihre Summe. Die Summe sperrt nichts. Sie zeigt Dir nur, ob Du schon bei 100 bist. Den Aufgabentext gibt es auch in einfacher Sprache. Die Zahlen in der Tabelle bleiben Zahlen.
Punkte, Einsatz und Bedienung
Und wofür nicht
Hier passt diese Form nicht gut
Die Kriterien müssen unabhängig voneinander sein. Wenn sich zwei Kriterien überschneiden, zählt dasselbe doppelt. Die Aufgabe merkt das nicht. Außerdem sind die Gewichte eine Festlegung von Menschen. Sie sind kein Messwert. Wer das verschweigt, tut so, als wäre das Ergebnis genauer als es ist. Und die Form ist groß: Drei Angebote mit sechs Kriterien sind achtzehn Bewertungen. Für eine kurze Zwischenfrage ist das zu viel.
Alle Aufgabenformen auf einen Blick
Welche Form passt, hängt vom Ziel des Kurses ab. Die Frage ist: Was soll eine Person am Ende können? Die Übersicht ordnet alle Formen nach dieser Frage.
peritio