Aufgabenformen · Begriffe und Zusammenhänge
Klassendiagramm modellieren
Du liest einen Text. Daraus baust Du ein Modell mit Klassen und ihren Beziehungen.
Die Art, wie eine Aufgabe gestellt ist, heißt Aufgabenform. Auf dieser Seite lesen Sie, was diese Aufgabenform prüft. Sie lesen auch, wofür sie passt und wofür nicht.
Was diese Form prüft
Das zeigt eine Person mit dieser Aufgabe
Diese Form prüft: Erkennst Du in einem Text die beteiligten Dinge? Kannst Du ihnen die richtigen Angaben und Fähigkeiten zuordnen? Und kannst Du sagen, wie sie zusammenhängen? Dazu gehört auch die Anzahl: Wie viele gehören zu wie vielen? Das ist der Schritt von „ich verstehe den Text“ zu „ich kann ihn aufzeichnen“.
So klingt sie
Eine Aufgabe in dieser Form
Eine Bibliothek verleiht Bücher. Jedes Buch hat eine Signatur und einen Titel. Ein Mitglied hat eine Mitgliedsnummer und einen Namen und kann Bücher ausleihen und zurückgeben. Ein Mitglied darf höchstens fünf Bücher gleichzeitig ausgeliehen haben, ein Buch ist immer nur an ein Mitglied verliehen. Modelliere das als Klassendiagramm.
- Klassen anlegen, je Klasse Attribute und Operationen über ein Formular eintragen
- Beziehungen setzen: Art, beide Enden, Multiplizität je Ende
- Zur Auswahl stehen Assoziation, Aggregation, Komposition und Vererbung
Es gibt zwei Klassen: Buch und Mitglied. Dazwischen liegt eine einfache Beziehung. Ein Buch ist an höchstens ein Mitglied verliehen. Ein Mitglied hat höchstens fünf Bücher. „Ausleihen“ und „zurückgeben“ sind Dinge, die ein Mitglied tut. Sie gehören also zur Klasse Mitglied. Wichtig: Die Zahlen müssen im Aufgabentext stehen. Sonst sind mehrere Lösungen richtig.
So gibt es Punkte
Gewertet wird der Aufbau: die Klassen, die Zuordnung der Angaben und Fähigkeiten, die Art der Beziehungen, ihre Enden und die Anzahl. Jede Gruppe wird einzeln gewertet. Es gibt also Teilpunkte. Gleiche Angaben in anderer Schreibweise zählen gleich: „1“ und „1..1“ sind dasselbe, „*“ und „0..*“ auch. Wo Du eine Klasse hinlegst, geht nicht in die Wertung ein.
Dafür passt die Form
Diese Form passt für den Einstieg in die objektorientierte Modellierung. Dabei beschreibt man die Dinge einer Aufgabe als Klassen. Die Form passt auch für Prüfungsaufgaben, die ein Modell aus einem kurzen Text verlangen. Und sie passt zum Verbessern: Ein fehlerhaftes Modell steht schon da und wird von Dir in Ordnung gebracht.
Bedienung für alle
Du musst nichts mit der Maus ziehen. Das geht wie beim Ablaufplan. Angaben und Fähigkeiten trägst Du in ein Formular ein, eine Zeile je Eintrag. Die Art einer Beziehung erkennst Du an der Form: offene Raute, gefüllte Raute, Dreieck. Nicht an der Farbe. In der Listenansicht steht sie zusätzlich als Wort.
Punkte, Einsatz und Bedienung
Und wofür nicht
Hier passt diese Form nicht gut
Manche Beziehungen sind schwer zu entscheiden. Gehört ein Teil fest zum Ganzen? Oder kann es allein weiterleben? Das entscheidet die Sache selbst, nicht ein Wort wie „hat“. Deshalb muss die Aufgabe sagen, was mit dem Teil passiert, wenn das Ganze verschwindet. Sonst sind mehrere Modelle richtig, und nur eins zu werten wäre unfair. Andere UML-Diagramme kennt die Form nicht.
Alle Aufgabenformen auf einen Blick
Welche Form passt, hängt vom Ziel des Kurses ab. Die Frage ist: Was soll eine Person am Ende können? Die Übersicht ordnet alle Formen nach dieser Frage.
peritio