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peritio Standardsprache

Grundsätze von peritio

Haltung

„Keiner darf verloren gehen!“

Leitgedanke des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschlands (CJD), formuliert von seinem Gründer Arnold Dannenmann, 1947

Das CJD ist ein großer Verein für Bildung und soziale Arbeit. Sein Gründer Arnold Dannenmann hat diesen Satz im Jahr 1947 geprägt. Der Satz bedeutet: Jeder Mensch darf am Leben in der Gesellschaft teilhaben. Das gilt für alle Menschen. Es ist egal, wie ihr Weg bisher war.

Für eine Lernplattform heißt das ganz konkret:

  • Die Plattform darf niemanden still aus den Augen verlieren.
  • Manchmal ist nur die Form einer Aufgabe zu schwer, nicht der Inhalt. Daran soll niemand scheitern.
  • Niemand wird beurteilt, ohne davon zu wissen.

Keiner geht verloren

Manche Menschen kommen beim Lernen nicht mehr mit. Das soll früh auffallen, solange noch Zeit zum Helfen ist. Es soll nicht erst am Ende auffallen.

  • Eine Person hat 21 Tage lang nichts geübt? Dann bekommt die Lehrkraft einen Hinweis. Der Hinweis rät der Lehrkraft, sich bei der Person zu melden.
  • Lücken im Wissen werden schon während des Halbjahrs sichtbar. Man sieht sie für jedes Thema und für jede Person.
  • Eine Lernkontrolle ist ein kleiner Test. Hat jemand zwei Lernkontrollen nicht bestanden, folgt ein Gespräch. Die Person wird nicht gesperrt.
  • Das Schwerpunkt-Training ist eine Übung. Es wiederholt die Aufgaben, die noch nicht gut klappen. Dazwischen kommen Aufgaben, die schon gut klappen. So erlebt die Person auch Erfolge.
  • Ein Fallszenario ist eine Übung mit einer Situation aus dem Berufsalltag. Fallszenarien bekommen keine Note. Deshalb hat ein Fehler dort keine Folgen. Aus Fehlern lernt man.

Teilhabe und Inklusion

Inklusion heißt: Alle lernen zusammen, auch Menschen mit Behinderung. Bei peritio lernen alle denselben Stoff. Alle werden nach denselben Regeln geprüft. Nur der Weg zum Ziel wird angepasst. Das Ziel bleibt gleich.

  • Einfache Sprache: Jede Aufgabe gibt es auch in Einfacher Sprache. Die Aufgabe ist dann einfacher zu lesen. Sie ist aber nicht leichter zu lösen.
  • Vorlesen: Eine natürliche Stimme liest die Kursbeschreibungen vor. Die Stimme liest in der Sprachfassung, die die Person gewählt hat.
  • Hinführungen: Vor einem Seminar und vor einer Aufgabe steht eine kurze Einleitung. Die Einleitung erklärt, was man vorher wissen muss. So scheitert niemand an fehlendem Vorwissen.
  • Nachteilsausgleich: Manche Menschen brauchen mehr Zeit, zum Beispiel wegen einer Behinderung. Dafür gibt es den Nachteilsausgleich. Die Plattform zeigt, wenn die Zeit das Problem ist und nicht der Stoff.
  • Regeln für Lernvideos: Untertitel sind immer sichtbar. Es gibt den gesprochenen Text auch zum Lesen. Unter der Stimme läuft keine Musik. Jede Grafik hat eine Beschreibung in Textform.
  • Ruhige Gestaltung: In Prüfungen gibt es keine Warnfarben. Es gibt keine öffentlichen Ranglisten.

Partizipation

Partizipation heißt: mitbestimmen. Die Lernenden bestimmen mit, wie sie lernen. Sie sehen auch, was die Plattform über ihr Lernen sagt.

  • Jede Person wählt selbst: die Sprachfassung, die Zeit für das Training und wie oft sie übt.
  • Die Plattform schätzt ein, ob eine Person bereit für die Prüfung ist. Diese Prüfungsreife ist ein Rat und keine Sperre. Die Person entscheidet selbst, wann sie die Prüfung macht.
  • Jede Einschätzung nennt ihren Grund. Jede Person kann ihr eigenes Lernprofil jederzeit ansehen.
  • In peritio gibt es kein Feld für Noten oder Beurteilungen. Lehrkräfte können eine Notiz zu einer Person schreiben. Darin steht, was sie mit der Person besprochen, vereinbart oder angeboten haben. Diese Notiz steht nur in der Verwaltung. Eine Einschätzung gehört ins Gespräch mit der Person.
  • Rückmeldung zu Aufgaben: Nach dem Training können Lernende sagen, welche Frage unklar, doppeldeutig oder falsch war. Die Kursleitung sieht die Rückmeldung ohne Namen. Die Kursleitung schreibt auf, was sie daraufhin geändert hat.

So verbessern die Lernenden die Kurse, mit denen sie selbst lernen. Lernende können auch ganze Kurse mitgestalten. Das passiert im Unterricht und in den Einrichtungen, nicht auf der Plattform.

Quelle des Leitgedankens: CJD – Über uns.

Grundsätze

Wie die Kurse gebaut sind

Jeder Kurs hat ein Ziel: Was soll eine Person am Ende können? Die Übungen müssen genau dieses Können trainieren. Die Prüfung muss genau dieses Können prüfen. Ziel, Übung und Prüfung müssen also zusammenpassen. Dieser Grundsatz heißt Constructive Alignment.

Ein Beispiel: Ein Kurs soll einen Handgriff beibringen. Die Prüfung fragt aber nur Wissen ab. Dann passt der Kurs nicht zusammen. Das gilt auch dann, wenn alle Fragen fachlich richtig sind.

Themen und Zielstufen

Jede Aufgabe gehört zu einem Thema. Jede Aufgabe gehört auch zu einer Stufe: kennen, verstehen, anwenden oder beurteilen. So sieht man den Unterschied: Fehlt der Person das Wissen? Oder kann sie das Wissen noch nicht in einer neuen Situation nutzen?

Entscheidungen statt Vokabeln

Manche Aufgaben prüfen, wie jemand im Beruf handelt. Diese Aufgaben beschreiben eine Situation aus dem Alltag. Manche Werte hängen vom Betrieb oder von einer Vorschrift ab. Dann ist „nachschlagen“ die richtige Antwort. Auch das Nachschlagen üben die Lernenden.

Keine Muster zum Raten

Die richtige Antwort ist nicht auffällig lang. Sie ist auch nicht auffällig kurz. Deshalb kann man sie nicht an der Länge erraten. Wir messen die Längen in jedem Seminar, bevor ein Kurs online geht.

Rückmeldung mit Begründung

Vor einer Prüfung sagt die Plattform: Sprechen die Übungen für ein Bestehen? Manchmal hat die Person noch zu wenig geübt. Dann sagt die Plattform lieber nichts. Denn eine falsche Vorhersage zerstört Vertrauen.

Fortschritt ist privat

Es gibt keine Ranglisten. Es gibt keine Punkte für Können. In Prüfungen gibt es keine roten Warnfarben. Die Motivation soll aus dem Erfolg kommen. Sie soll nicht aus dem Vergleich mit anderen kommen.

Teilhabe

Einfache Sprache, Vorlesen, Hinführungen, Untertitel und Texte zum Nachlesen ändern die Form, in der jemand den Stoff bekommt. Die Lernkontrolle misst aber alle nach demselben Maßstab.

Grenzen

Was diese Plattform nicht kann

peritio stellt Fragen. Mit Fragen kann man Fachwissen messen. Man kann auch einen Teil davon messen, wie jemand an eine Aufgabe herangeht.

Manches kann peritio nicht messen: Zusammenarbeit, Sorgfalt, Auftreten und Verantwortung. Dafür muss ein Mensch die Person beobachten und mit ihr sprechen. Er muss sie auch bei der Arbeit erleben.

Handlungskompetenz heißt: im Beruf richtig handeln können. Ein Zeugnis sagt vielleicht, eine Person hat Handlungskompetenz. Dann muss im Zeugnis stehen, welcher Teil davon gemeint ist.

Ein Abschluss bei peritio ist kein Befähigungsnachweis. Ein Befähigungsnachweis ist ein amtlicher Nachweis, dass jemand eine Tätigkeit ausüben darf. Für manche Tätigkeiten schreibt das Gesetz eine Schulung vor, zum Beispiel für Gefahrgut. Die Kurse bereiten auf solche Schulungen vor. Sie ersetzen die Schulung aber nicht. Das steht in diesen Kursen an mehreren Stellen gut sichtbar.

Daten

Keine heimliche Auswertung

peritio zeigt keine Werbung. Wir werten nur aus, was beim Lernen hilft:

  • wie weit jemand mit dem Üben ist,
  • die Ergebnisse der Lernkontrollen,
  • wie gut die Aufgaben sind.

In peritio gibt es kein Feld für Noten oder Beurteilungen. Das haben wir mit Absicht so entschieden. Lehrkräfte schreiben in den Förderverlauf. Der Förderverlauf ist eine Liste zu einer Person. Darin steht, was die Lehrkraft mit der Person besprochen, vereinbart oder angeboten hat.

peritio zeigt den Lehrkräften auch Beobachtungen nach ICF. ICF ist eine Ordnung für Fähigkeiten und Hilfebedarf, die in der Förderplanung genutzt wird. peritio sagt dabei nicht, wie gut oder schlecht etwas ist. Diese Beurteilung macht die Fachkraft selbst.

Wir sagen offen, was Lehrkräfte sehen. In der Verwaltung sehen sie den Lernstand ihrer Klassen.

Es gibt auch die Live-Begleitung. Live heißt: genau jetzt, in diesem Moment. Ausbilderinnen und Ausbilder sehen dort, was die Lernenden im Raum gerade tun:

  • Wer liest gerade eine Einführung?
  • Wer übt gerade?
  • Wer macht gerade das Examen? Das Examen ist die Lernkontrolle am Ende eines Seminars.
  • Wie weit ist die Person in der laufenden Runde?
  • Beim Training: Wie viele Antworten in dieser Runde sind bisher richtig? Beim Examen sehen die Ausbilder nur, wie viele Fragen beantwortet sind.
  • Wer hat seit ein paar Minuten keine Antwort mehr gegeben?

So sehen die Ausbilder, wer gerade nicht weiterkommt. Dann können sie helfen. Die Ausbilder können auch eine einzelne Person ansehen. Dann sehen sie, was die Person heute getan hat. Sie sehen die letzten Schritte mit der Uhrzeit. Frühere Tage zeigt die Live-Begleitung nicht.

Beim Examen wird die Prüfung unscharf, wenn jemand das Fenster verlässt. Das erschwert es, die Fragen abzufotografieren. peritio merkt sich bei jeder Frage, ob jemand das Fenster gewechselt hat. Das zählt aber für keine Auswertung. peritio meldet es auch niemandem.